Leserbrief zur Abfallentsorgung durch den AWV zum 1. Januar 2020, der leider nicht in der Riedinfo KW32 abgedruckt wurde

Allgemein

Infobrief des AWV von Ende Juli 2019!

Was haben sich die Verantwortlichen des AWV wohl gedacht, als sie uns Bürger, die wir ihnen ab 1. Januar 2020 in Sachen Abfallentsorgung anvertraut sind, Ende Juli ihren Gebühren- und Entsorgungsflyer ins Haus geschickt haben? Sicherlich gingen sie davon aus, uns Bürgern etwas Gutes zu tun, wie uns Bürgern und Parlamentariern in der Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung in Gernsheim vom 20.05.2015 zur einheitlichen Abfallsatzung für alle Mitgliederkommunen suggeriert.

 

Zitat aus der Antragsbegründung:

            „Ziel des AWV ist es, eine zeitgemäße, kundenfreundliche und wirtschaftliche

            Einsammlung durchzuführen. Beispiele von Zweckverbänden im Umfeld zeigen,

            dass es vermutlich große Optimierungspotenziale gibt, die zu stabilen oder sogar

            sinkenden Abfallgebühren innerhalb des AWV beitragen werden. Diskussionen

            um unterschiedliche Gebührensätze der Kommunen erübrigen sich damit künftig!“

 

Auf Grund dieser Aussage gab es 2015 und 2017 bei der Vorlage dem AWV beizutreten einstimmige Beschlüsse, da alle Parlamentarier IHREN Bürgern Gutes tun wollten. Doch wie kommt der AWV zu den im Flyer aufgeführten Gebührensätzen? Einem Unterwert und Oberwert, der auf den Cent genau abgebildet ist. Wie das bei einem Unterwert, wenn die niedrige Gebühr einen solchen abbilden sollte, gerechnet wird, ist mir nicht schlüssig, da ein solcher Wert nur grob geschätzt werden kann. Vielleicht werden wir alle ja noch richtig aufgeklärt, denn die Aussagen der Verantwortlichen des AWV aus der Ried-Info unter dem Titel: „Heiße Eisen bunte Tonnen“, verwirren noch weiter. Aussage des AWV aus dem Beitrag: Man gehe davon aus, dass für die Zukunft mit sinkenden Beiträgen gerechnet werden könne, da nach zwei Jahren einmalige Kosten für die Erstauslieferung der neuen Müllgefäße wegfallen, was die Gesamtkosten dann künftig vermindert.

Ist damit gemeint, dass der AWV die Abschreibungskosten für die neuen Müllgefäße bereits nach zwei Jahren vom Bürger bezahlt haben will, obwohl diese locker 10 Jahre überstehen? Eine solche Praxis ist nicht bürgerfreundlich und mir unverständlich, weil dies zu hohen Anfangsgebühren führt.

Für mich persönlich bedeuten diese möglichen, neue Gebühren, je nach Ober- oder Unterwert eine Steigerung von 31 bis 39%, bei gleichem Entsorgungsverhalten wie bisher. Um auf die von mir bisher entrichtete Gebühr zu kommen, müsste ich die Biotonne abmelden und den Restmüll von 240 auf 120 Liter reduzieren. Dies wäre möglich, doch umweltpolitisch ein Desaster, da ich dann Teile meines Biomülls in den Restmüll und Teile aus dem Restmüll für die Sperrmüllabfuhr sammeln müsste, um meine Abfälle loszuwerden. Dies werde ich selbstverständlich nicht tun, da mir unsere schon stark geschädigte Umwelt am Herzen liegt.

Wie manch anderer Mensch handeln wird, dem seine Umwelt nicht so wichtig erscheint, mag ich mir erst gar nicht vorstellen.

Ich appelliere an die verantwortlichen des AWV die Gebührenkalkulation zur Abfalleinsammlung und -entsorgung zu überarbeiten und auf das Niveau der derzeitigen Gebühren anzupassen. Die Fraktionen aller Parteien, der betroffenen Kommunen, sollten eine solche Forderung durch entsprechende Anträge und Anfragen in ihren Gemeindeparlamenten begleiten, um damit dieser Forderung den nötigen Nachdruck zu verleihen.

 

Roland Kramer

  Vorsitzender

SPD Gernsheim

 
 

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